X-ray: NASA/CXC/RIKEN/D.Takei et al; Optical: NASA/STScI; Radio: NRAO/VLA
Fun Fact

Wann ist Neujahr?

Schöner als jedes irdische Feuerwerk ist diese Aufnahme des Chandra-Teleskops: 1901 kam es bei GK Persei zu einem Nova-Ereignis. Die entstandene Hülle wird manchmal auch als Firework Nebula bezeichnet.

(Credits: X-ray: NASA/CXC/RIKEN/D.Takei et al; Optical: NASA/STScI; Radio: NRAO/VLA)

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Wann Neujahr ist? Am 1. Januar natürlich, oder? Der Neujahrstermin fällt in unserem Kalendersystem seit Jahrhunderten auf dieses Datum. In der Vergangenheit war das allerdings nicht immer so. Woran man das heutzutage noch merkt und was der berühmte Physiker Isaac Newton damit zu tun hat: ein kleiner geschichtlicher Streifzug.

 

Am auffälligsten machen sich diese historischen Spuren bei den Monatsnamen bemerkbar: Die Bezeichnungen von September bis Dezember stammen von lateinischen Zahlwörtern. September ist demnach der siebte Monat, Dezember der zehnte. Tatsächlich begann der römische Kalender lange Zeit mit dem 1. März, bis der Jahresbeginn im Jahr 153 v. Chr. auf den 1. Januar gelegt wurde. Vollständig etabliert wurde diese Regel im Römischen Reich mit der Kalenderreform von Gaius Julius Caesar: Grundlagen dieses sogenannten Julianischen Kalenders wirken bis heute nach, darunter die Anzahl der Tage im jeweiligen Monat oder das Einfügen von Schalttagen im Vierjahresrhythmus.

 

Dagegen konnte sich dieses Neujahrsdatum nicht überall in Europa durchsetzen: Im Gegenteil hing es noch im Mittelalter und der Frühen Neuzeit oft vom Gebiet ab, wann das neue Jahr startete. Als Jahresbeginn waren etwa der Erste Weihnachtsfeiertag oder der bewegliche Ostertermin beliebt. In verschiedenen Territorien war auch der 25. März gebräuchlich. Eine der größten Zersplitterungen gab es in Frankreich: Bis in das 16. Jahrhundert waren hier alle genannten Neujahrstermine üblich – je nach Diözese. König Karl IX. setzte diesem Flickenteppich mit dem Edikt von Roussillon ein Ende: Seit 1567 fällt Neujahr in Frankreich auf den 1. Januar.

NASA, ESA, and D. Elmegreen (Vassar College), B. Elmegreen (IBM's Thomas J. Watson Research Center), J. Sánchez Almeida, C. Munoz-Tunon, and M. Filho (Instituto de Astrofísica de Canarias), J. Mendez-Abreu (University of St. Andrews), J. Gallagher (University of Wisconsin-Madison), M. Rafelski (NASA Goddard Space Flight Center), and D. Ceverino (Center for Astronomy at Heidelberg University)

Die Raketengalaxie

Nein, auf dieser Hubble-Aufnahme sehen wir keine Feuerwerksrakete: Kiso 5639 ist in Wirklichkeit eine irreguläre Zwerggalaxie. Ihre längliche Erscheinung brachte ihr den Beinamen Skyrocket Galaxy ein.

(Foto: NASA, ESA, and D. Elmegreen (Vassar College), B. Elmegreen (IBM's Thomas J. Watson Research Center), J. Sánchez Almeida, C. Munoz-Tunon, and M. Filho (Instituto de Astrofísica de Canarias), J. Mendez-Abreu (University of St. Andrews), J. Gallagher (University of Wisconsin-Madison), M. Rafelski (NASA Goddard Space Flight Center), and D. Ceverino (Center for Astronomy at Heidelberg University))

Wer sich mit neuzeitlichen Quellen befasst, muss darüber hinaus noch ein weiteres Problem beachten: Mit dem Jahr 1582 führte Papst Gregor XIII. eine verbesserte Schaltjahresregelung ein, die das Kalendersystem besser an den scheinbaren Sonnenlauf anpasste. Dabei wurden zugleich 10 Tage übersprungen; im Kirchenstaat folgte auf den 4. Oktober der 15. Oktober 1582. Dieser sogenannte Gregorianische Kalender gilt noch heute, wurde aber in den verschiedenen Staaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgesetzt: in den protestantisch geprägten Territorien weit später als in den katholischen. So galt er in Bayern ab 1583, in Sachsen ab 1700 und in Großbritannien ab 1752. Für Tage in diesen Jahrhunderten liest man dann gelegentlich zwei Datumsangaben – einmal alt, einmal neu.

Dennoch hat der Julianische Kalender nicht überall seine Wirkung verloren: In vielen Ländern mit orthodox-christlicher Mehrheit werden die meisten Hochfeste weiterhin nach dem ursprünglichen System gefeiert. Auch Neujahr wird mancherorts „zweimal“ gefeiert: Wenn im Julianischen Kalender der 1. Januar 2026 ist, zeigt das gregorianische Kalenderblatt den 14. Januar 2026. Und auch in Teilen des Appenzellerlands hat sich die Tradition der Silvesterkläuse erhalten, die am 13. Januar durch die Orte ziehen.

 

Ein schönes Beispiel, wie trickreich es mit Lebensdaten zugehen kann, bietet der Physiker Isaac Newton: Zu seiner Geburt galt in England noch der Julianische Kalender, wo er am 25. Dezember 1642 zur Welt kam. Ins heutige gregorianische System umgerechnet, entspricht dies dem 4. Januar 1643.

Noch kurioser wirkt sich die damalige Definition des Neujahrstages aus, der in England bis 1752 auf den 25. März fiel: Auf Newtons Grabmonument in Westminster Abbey steht als Sterbedatum der 20. März 1726, im heutigen Kalender gibt man dafür den 31. März 1727 an.

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